Eltviller Burg

Aus RheingauerWein

Die Eltviller Burg vom Rheinufer aus gesehenDie Burg war der südöstliche Eckpfeiler der Stadtbefestigung und sie erlebte im 14. und 15. Jahrhundert ihre Blütezeit. Wahrscheinlich befand sich an dieser Stelle schon der fränkische Königshof. Eine Turmburg aus dem 10. Jahrhundert wurde gefunden, die zuletzt im Zollkrieg 1301 zerstört wurde. Erzbischof Balduin von Luxemburg begann um 1330 die Burg zusammen mit der Stadtmauer auszubauen. Die Burg sollte ihm zum Schutz gegen seine Rivalen dienen und das Erzbistum in seiner Macht und Bedeutung festigen. Der Bau wurde unter Erzbischof Heinrich von Virneburg nach 1332 fortgesetzt. Der Turm (ein Wohnturm) wurde quadratisch errichtet. Dieser wurde um 1350 fertiggestellt und ist der einzige mittelalterliche Teil der Burg, der erhalten geblieben ist. Der zum Rhein liegende WehrgangDieser Turm mit seinen vier Geschossen und der Wehrplatte mit Zinnkranz und Ecktürmchen ist das eindruckvollste Beispiel dieser Bauart am Mittelrhein. Das erste Obergeschoß ist am Reichsten ausgestattet. Die sogenannte Grafenkammer besitzt dekorative Wandmalereien der Bauzeit. Der Kamin und die Schränke entstanden etwas später. Dies erkennt man daran, daß der Kamin das Wappen des Erzbischofs Konrad von Dhaun (1419-1434) trägt. Am Turm schloß sich in westlicher Richtung der Palas an (heute nur noch durch die Außenmauer zu erkennen). Der mit vielen schönen Rosen bepflanzte BurggrabenIn nördlicher Richtung schloß an den Turm der Ostflügel der Anlage an, der nach der Zerstörung der Burg durch die Schweden 1635 als Wohnflügel wiederaufgebaut wurde. Das Haupttor liegt an der Nordseite. Um die Burg herum befindet sich ein vorburgartiger Zwinger, an dessen Außenmauer bei Hochwasser die Wellen heranreichen. Der Höhenunterschied zwischen der Burg und dem Zwinger beträgt ca. 4 m. Die Mauern sind im Laufe der Zeit vielfach restauriert worden und durch die Begrünung und die gärtnerische Gestaltung des Burggrabens verschwindet der Festungscharakter größtenteils.

Quelle: Eltviller Gästeführer

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