Kloster Eberbach - Zisterzienser

Aus RheingauerWein

Die Entwicklung des Zisterzienserordens im 12. Jahrhundert

Im Jahre 1075, gründet Robert von Molesme, in Burgund die Abtei Molesme. Robert, als Benediktiner Abt, konnte sich aber nicht mit dem Leben der Benediktiner in Reichtum und Macht erfreuen. Sein Idealbild eines Kloster lag abseits der weltlichen Macht. So wollte er wieder zum Ursprungsgedanken "ora et labora", des heiligen Benedikts (um 520 n.Chr.) zurückkehren. Dank der Unterstützung durch Hugo von Die, des Erzbischof von Lyon, der gleichzeitig auch päpstlicher Legat in Frankreich war und des Herzoges Odo von Burgund, konnte Robert 1098 mit 21 getreuen, darunter Alberich und Stephan Harding, ausziehen ein neues Kloster zu gründen. Sie ließen sich im Tal der Saone südlich von Dijon nieder. Damit war der Grundstein für Citeaux und den Zisterzienser Orden gelegt. Der Name des neuen Ordens könnte sich vom Namen der alten Römerstraße, "diesseits des dritten Meilensteins (lat. cis tertium lapidem milarium)" ableiten, die dort entlang führte.

Auf Geheiß des Bischofs von Lyon, mußte Robert 1099 Citeaux wieder verlassen und nach Molesme zurückkehren. Alberich den Robert zum Prior ernannte, folgte Robert als Abt von Citeaux. Alberich verlegte den Klosterbau noch etwas südlicher und begann mit dem Bau der ersten kleinen Kirche aus Stein. Ihm ist es auch zu verdanken, daß der Papst das Kloster am 19. Oktober 1100 unter seinen persönlichen Schutz stellte. Er setzte auch durch, daß die Mönche nur ungebleichte und ungefärbte Wolle verwendeten, was Ihnen auch den Beinamen weiße Mönche einbringen sollte.

left Nach Alberichs Tod im Januar 1109 wurde Stephan Harding zum dritten Abt von Citeaux gewählt. Dieses Amt sollte er bis ein Jahr vor seinem Tod im Jahr 1134 begleiten. In den Jahren 1113 bis 1115 wurden unter seiner Regentschaft vier neue Tochtergründungen durchgeführt, darunter auch die bedeutende Abtei Clairvaux. Mit Bernhard von Clairvaux, dem Gründer und ersten Abtes von Clairvaux, sollte der große Aufschwung des Ordens beginnen. Bernhard gründete über 70 neue Klöster und predigte den zweiten Kreuzzug 1147. Ein Jahr vorher wird ein Mönch aus Clairvaux zum Papst Eugen III gewählt. Im 12. Jahrhundert wuchs der Zisterzienserorden zum bedeutendsten Orden des Abendlandes an. Der Orden verbreitete sich rasant und Bernhard, wurde nach seinem Tode 1153, im Jahr 1174 durch Papst Alexander III heilig gesprochen. Papst Pius VIII ernennt ihn 1830 zum Kirchenlehrer.

Eine wichtige Neuerung des Ordens war die Einführung des Generalkapitels. Hier sollten sich jährlich alle Äbte versammeln, um gemeinsam die weitere Entwicklung des Ordens zu besprechen. Neben den Regel über das Gebet und Leben wurde hier auch die bauliche Entwicklung festgelegt. Dabei sollte die Schlichtheit und Einfachheit im Vordergrund stehen, an die heute noch viele mittelalterliche Klöster des Zisterzienserordens erinnern (neben Eberbach zum Beispiel Le Thoronet - Frankreich, Fossanova - Italien und Jerpoint - Irland).

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