Kloster Eberbacher Rundgang

Aus RheingauerWein

Ein Rundgang durch das Kloster Eberbach

Das ehemalige Zisterzienserkloster Eberbach ist mit seinen eindrucksvollen Bauten des 12. bis 14. Jahrhunderts das bedeutenste Kunstdenkmal in Hessen. Sie finden hier romanische und frühgotische Innenräume von großartiger Wirkung, die ihresgleichen in Europa suchen.

In den nachfolgenden Abschnitten haben wir Ihnen eine kleine Auswahl der schönen Räume und Sehenswürdigkeiten aufgeführt, aber sehen Sie diese selbst und besuchen Sie einmal am Wochenende oder aber auch unter der Woche das berühmte Kloster im Rheingau.

Der Kreuzgang

Der Eberbacher Kreuzgang wurde um 1250/70 und 1345 erbaut. Über dem Westflügel wurde um 1500 in Fachwerk die ehemalige Kloster Bibliothek aufgestockt. Leider wurden nach der Säkularisierung 1803 Süd- und Ostflügel abgerissen. Allerdings sind wunderschöne und reizvolle Figurenkonsolen der Zeit um 1345 erhalten geblieben.

Bild:Kloster Eberbach - Ansicht 13.jpg
Bild:Kloster Eberbach - Brunnen.jpg Brunnenhaus

Ebenso wie der Kreuzgang nach 1803 abgerissen. Das Brunnenhaus, das die Zisterzienser immer vor den Eingang zum Refektorium bauten, diente ihnen zur Körperwaschung von Händen und Füßen vor den Mahlzeiten.

Refektorium der Mönche

Vom Kreuzgang aus kommend erinnert nur noch das romanische Eingangsportal an das ursprünglich romanische Mönchsrefektorium. Im Refektorium erwartet Sie ein barocker Speisesaal mit herrlicher Stuckdecke. An der Westwand befindet sich ein Bibliotheksschrank aus der Zeit von 1631-35.

Bild:Kloster Eberbach - Mönchsrefektorium.jpg
Küchen- und Bibliotheksbau

Seit 1995 befindet sich hier im 1. Obergeschoß das Eberbacher Abteimuseum. Hier erwartet Sie in mehreren Räumen themenbezogene Ausstellungsräume zur Abtei- und Ordensgeschichte.

Die Bibliothek bildete die Kulisse für das Dormitorium der Priestermönche im Spielfilm "Im Namen der Rose".

Laienrefektorium

Dieser um 1200 erbaute Raum diente im Kloster ursprünglich als Speiseraum für die Laienbrüder, bis er nach dem Rheingauer Bauernaufstand von 1525 als Weinkeller umfunktioniert wurde.

Dieser Raum bildete die Kulisse für den Speisesaal im Spielfilm "Im Namen der Rose".

Bild:Kloster Eberbach - Klosterkirche.jpg Die Klosterkirche

Die im romanischen Stil errichtete Basilika wurde in zwei Perioden von 1145-1160 und 1170-1186 erbaut. An der Südseite wurden um 1310-1340 noch neun spätgotische Kapellen mit prächtigen Maßfenstern erweitert. Die reiche Innenausstattung ging bei der Klosteraufhebung 1803 verloren. Das brachte aber der Klosterkirche ihre ursprüngliche mittelalterliche Schönheit wieder. Heute finden wir noch einige Grabplatten in der Klosterkirche wieder. So die Grabplatte von Wignand von Hynsberg +1511, Adam Allendorf +1518 mit Ehefrau, die Grabplatten der Grafen von Katzenellenbogen und dem Baldachingrab mit den Grabplatten der Erzbischöfe Gerlach von Nassau +1371 und Adolf II von Nassau +1475.

Baldachingrab mit Platten Mainzer Erzbischöfe

Rechts Gerlach von Nassau gestorben 1371. Links Adolf II. von Nassau gestorben 1475. Die jetzige Zusammenstellung von 1707. Die linke Platte gehört ursprünglich nicht in das bis 1707 vor der Wand stehende Grabmal.

Wir verlassen die Kirche durch den nördlichen Querhausarm und steigen eine Treppe empor. Sie diente den Mönchen auf dem nächtlichen Weg in die Kirche. Auf halber Höhe sind zwei Räume. Hier befand sich in der Frühzeit die Wohnung des Abtes.

Mönchsdormitorium

Um 1250/70 erbaut, bot dieses Mönchsdormitorium 150 Mönchen Platz zum Schlafen. Nach 1500 wurden Rechteckfenster in die frühgotischen Spitzbogen eingebaut und Zellen errichtet. Der einheitliche frühgotische Raumeindruck wurde 1930/31 wiederhergestellt. Heute bietet Ihnen das Dormitorium von der Kirche kommend eine beeindruckende Perspektive, denn durch die nach Norden kleiner werdenden Säulen erhält der Raum eine fluchtpunktartige Perspektive. Der zweischiffige kreuzrippengewölbte Saal gehört mit seinen Abmessungen zu den wirkungsvollsten mittelalterlichen Raumschöpfungen in Europa.

Bild:Kloster Eberbach - Mönchsdormitorium.jpg
Bild:Kloster Eberbach - Kapitelsaal.jpg Der Kapitelsaal

Der Kapitelsaal erhielt seinen Namen von den hier verlesenen Ordensregeln - den Kapitel. Er zählt zu den ältesten noch erhaltenen Räumen des Klosters und dürfte vor 1186 erbaut sein. Sein Inneres wurde um 1345 durch ein prachtvolles gotisches Sternengewölbe erweitert.

Dieser Raum bildete die Kulisse für das Gespräch zwischen den Franziskanermönchen und den päpstlichen Abgeordneten im Spielfilm "Im Namen der Rose".

Eingang zum Cabinetkeller

Die ehemalige Fraternei, die um 1240/50 erbaut wurde, diente den Mönchen als Aufenthalts- und Arbeitsraum. Ebenso wie das ehemalige Laienrefektorium wurde dieser Raum nach dem Rheingauer Bauernaufstand als Weinkeller umfunktioniert. Im Gegensatz zu den anderen Räumlichkeiten, die man als Weinkeller neu nutzte, wurden hier die Fenster zugemauert. Die Mönche nutzten die Fraternei als Gärkeller. Da dieser Raum nun keine Fenster mehr besaß, konnten die Eberbacher Mönche hier Ihre kostbaren Cabinet-Weine vor Dieben sicher verwahren.

Dieser Raum bildete die Kulisse für zwei Szenen im Spielfilm "Im Namen der Rose". Der hintere Teil des Cabinetkellers diente der Badeszene und im vorderen Teil wurde die Verurteilung gedreht.

Bild:Kloster Eberbach - Cabinetkeller.jpg
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