Rheingauer Geschichte

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Der Rheingau wurde schon früh bewohnt. Funde der Steinzeit, Kelten, Römer, Allemannen und Franken weisen daraufhin. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 772. Eine Zeit in der die fränkische Herrschaft ihre Großgaue in Kleinere aufteilte. Dieser Teil Rheingau reichte damals vom Wallufbach bis zum Elsterbach in Winkel.

An Pfingsten, 14. Juni 983, erhält Erzbischof Willigis von Mainz durch Kaiser Otto II in Verona durch die Veroneser Schenkung den unteren Teil des Rheingaus bis Kaub geschenkt. Diese Herrschaft der Mainzer Erzbischöfe sollte bis 1806 Bestand haben.

Auch wenn römische Winzermesser im Rheingau gefunden wurden, so ist der Weinbau erstmalig urkundlich am 24. August 779 bezeugt - eine Schenkung von zwei Weinbergen in Walluf an das Reichskloster Lorch. Der große Aufschwung des Rheingaus setzte aber erst im 12. und 13. Jahrhundert richtig ein, als Wald gerodet, neue Ortschaften und vor allem Weinberge entstanden.

Am 27. Mai 1324 erhielten die Rheingauer ihre Freiheit; sie prägten damals den Ausdruck: "Rheingauer Luft macht frei". Diese Luft macht frei, leiteten sie von dem alten Spruch "Stadtluft macht frei" ab.

Schon früh im Mittelalter legten die Rheingauer das "Rheingauer Gebück" an. Dieses "Rheingauer Gebück" war ein lebender Wall, hierzu wurden junge Hainbuchen gekappt und die neuen Triebe zur Seite gebogen und in die Erde gesteckt. Zwischen den Bäumen und Zweigen wurden Brombeeren und andere Dornensträucher gepflanzt, so daß ein undurchdringbares Dickicht entstand. Erst die Schweden sollten 1631 in den Rheingau eindringen.

1525 rebellierten auch die Rheingauer. Sie wollten ihren Einfluß im Rheingau ausbauen, so sollte Mainz nur noch geistliche Herrschaft im Rheingau sein. Doch der Mainzer Erzbischof setzte sich mit Hilfe des Schwäbischen Bundes zur Wehr. Der Rheingau unterwarf sich dem Mainzer Erzbischof, da er Angst vor dem Schwäbischen Bund hatte. Der Mainzer Erzbischof, als Sieger hervorgegangen, nahm den Rheingauern ihre erlangte Freiheit von 1324.

1631 fielen die Schweden im Rheingau ein. So kam dann auch der 30jährige Krieg in den Rheingau. Bis 1635 wüteden die Schweden im Rheingau. Nach den Schweden besetzten noch 1639-1640 und 1644-1648 die Franzosen den Rheingau. Dank des Weines konnten die Rheingauer die schlimmsten Übergriffe verhindern, mußten aber den jeweiligen Besatzern hohe Schutzgelder bezahlen.

Die Pest sollte Ende des 17. Jahrhunderts im Rheingau die Hälfte der Bevölkerung dahinraffen.

Im 18. Jahrhundert kam es immer wieder zu französischen Übergriffen im Rheingau.

1806 wurde der Rheingau einer neuen Herrschaft übergeben. Die Herzöge von Nassau-Usingen übernahmen die Regentschaft und lösten nach 823 Jahren kurmainzer Herrschaft die Erzbischöfe ab.

1866 nur 60 Jahre nach Gründung des Herzogtum Nassau gelangte der Rheingau in preußischen Besitz. Die preußische Verwaltung gründete am 22.02.1867 den Regierungsbezirk Wiesbaden dem 12 Kreise darunter der Rheingau unterstellt wurde.

1945 wurde der Rheingau dem neu gebildeten Land Hessen unterstellt.

Am 1. Januar 1977 wurde der Landkreis Rheingau mit den Städten Eltville, Geisenheim, Lorch, Oestrich-Winkel, Rüdesheim und die Gemeinden Kiedrich und Walluf dem neugegründeten Landkreis Rheingau-Taunus übergeleitet - die Vereinigung der vormals selbständigen Kreise Rheingau und Untertaunus. 20.000 Unterschriften konnten damals nicht die Zusammenlegung verhindern. Aber die Rheingauer fühlen sich auch heute, 22 Jahre nach der Zusammenlegung, noch als Rheingauer.

Quelle: Eltviller Gästeführer

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